Mark Knopfler

In dieser Episode geht es um zwei markante Gegenstände, welche sofort auf den Künstler schliessen lassen. Eine rote Fender Gitarre und ein Stirnband. Jawohl – Mark Knopfler und seine damaligen Dire Straits.

Knopfler’s einzigartiges und typisches Gitarrenspiel ist bereits nach wenigen Anschlägen unverwechselbar. Seine weltweit-bekannte Interpretation der Live-Version aus der 1983 stammenden «Alchemy«-Tour: «Sultans Of Swing«.

«Every guitar I own gets used and has its purpose»
(Mark Knopfler)

Der in der Originalversion 5:47min dauernde Song (orig. Album «Dire Straits», 1978) wird während besagter Live Darbietung in dem Londoner «Hammersmith Odeon» Stadion auf über das doppelte seine Spiellänge angehoben.

Doch es ist nicht nur die Überlänge, es ist mehr – viel mehr. Wenn man den gleichnamigen Videoclip anschaut, kann man feststellen, wie Knopfler sich seinem Gitarrenspiel hingibt, wie er eintaucht, wie er vom Song und der daraus resultierenden Dynamik mitgezogen wird. Es ist unverkennbar, es macht ihm sichtlich Spass, dieser treibende Rhythmus zum Exzess hochzuschaukeln, fast bis zum äussersten.
Kurz nach der sechsten Minute dann der Wechsel zu diesen ruhigen, beinahe sinnliche Part. Dieser klare, reine Sound, welcher er seiner Fender entlockt und sich dann zusammen mit Alan Clark (Keyboard) im Duett der Instrumente wieder langsam steigert, sich dem Song hingibt und sich zusätzlich mitreissen lässt von John Illsley (Bass) und Hal Lindes (Rhythmusgitarre).

Es ist beinahe greifbar, hier wird Musik in all seinen Sinnen gelebt, Spielfreude pur, wie das Trio auf der Bühne steht. Knopfler ist der Chef – ohne Frage – er hat sein Instrument im Griff, reisst den Gitarrenhals hoch, swingt mit, seine Finger in magischer Gestik über die sechs Saiten herrschend – bevor das Stück nach knappen 10 Minuten und  40 Sekunden – mit dem finalen Abschlussknall von Terry Williams (Schlagzeuger) – endet. 

Es ist einmal mehr eines dieser epischen Stücke, welcher man mit allen Sinnen geniessen muss. Man muss sehen, man muss hören – und dies möglichst laut – dann kann man es auch fühlen, dann wird man selber mitgerissen und will nur noch eins, dass dieses Solo noch lange weitergeht, dass dieser «Sultan Of Swing» ewig lebt!