Topanga Canyon – ein verschlungener Canyon mit vielen kleinen Serpentinen, welche das Valley mit dem Pazifik verbindet. Von Malibu herkommend auf dem Pacific Coast Highway (PCH) erscheint circa eine Meile vor der Getty Villa der linke Abzweiger auf Topenga Canyon Blvd (CA-27), welcher sich vom Ozean weg in die Hügel von Santa Monica drängt.
Der Topenga Canyon ist jedoch mehr als «nur» eine Verbindungsstrasse. Nebst Jim Morrison’s berüchtigtem Stamm-Nightclub, dem «Topanga Corral», war der Canyon gerade in den 60er ein Zufluchtsort für Musiker und Künstler aus dem Showbusiness.
So fand nebst Neil Young oder Bernie Leadon (The Eagles) auch die Mitglieder der Gruppe Canned Heat den Canyon als wohnliche Bleibe durchaus attraktiv.
720 N Topanga Canyon Blvd – Canned Heat
Wenn man heute auf dem Canyon Blvd – vom Valley herkommend – entlang cruised, entdeckt man bei genauerem Hinschauen auf der rechten Seite, ca. 1. Meilen vor der Ortschaft «Topenga» eine mit Graffiti übersprühte Ruine an der ehemaligen Adresse von 720 N Topanga Canyon Blvd (oftmals ist auch die Rede von der Adresse: 701 N Topanga Canyon Blvd – was genau stimmt kann nicht mehr genau eruiert werden).
Es gibt widersprüchliche Mythen und Legenden über dieses Hauses. Eine davon besagt, dass das Anwesen einst Bob „The Bear“ Hite gehörte, dem Leadsänger von Canned Heat. Seine Bandkollegen und andere Musiker besuchten das Haus häufig für Jamsessions und Partys. Auch soll Alan „Blind Owl“ Wilson, der Gitarrist – und ebenfalls ein Gründungsmitglied von Canned Heat – des Öftern an dieser Adresse übernachtet haben, er liebte die freie Natur und schlief meist unter dem Sternenhimmel.
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Am Vorabend (03.09.1970) der Canned Heat-Europatournee, wurde Alan Wilson tot in seinem Schlafsack auf dem Hügel hinter dem Haus von Bob Hite gefunden. Als Todesursache wurde eine Überdosis festgestellt. Wilson kämpfte mit Depressionen und hatte in den vorangegangenen Monaten mehrere Selbstmordversuche unternommen, aber das Fehlen eines Abschiedsbriefes machte es unklar, ob er sich in dieser Nacht umbringen wollte oder nicht.
Das Haus von Bob Hite wurde in den 70er Jahren durch eine Überschwemmung zerstört. Die heutigen Grundmauern, welche sich heute auf dem Grundstück befindet, stammen von 1990 als man versuchte eine neue Liegenschaft zu bauen. Die Bauarbeiten wurden offenbar aus Sorge vor Überschwemmungen oder wegen fehlender Liquidität gestoppt.
611 Sky Line Trail, Topenga Canyon – Neil Young später Bernie Leandon
1965 wurde es auf dem Gipfel eines Hügels des Topenga Canyons an der Adresse 611 Skyline Trail gebaut. Drei Jahre später kaufte es Neil Young im August 1968 für damals $17’000 Dollar.
Young trennte sich zuvor von seiner Band, den Buffalo Springfield welche sich anschl. mit dem Weggang von Young aufgelöste. Es war Youngs erstes eigenes Haus, nachdem er zuvor in einer gemieteten Hütte im benachbarten Laurel Canyon wohnte.
Der Musiker wohnte vorerst alleine in dem vierstöckigen Haus, bis er in einer Tierhandlung am Topenga Blvd. den weissen, deutschen Schäferhund names Winnipeg fand und kaufte.
Die Band Crazy Horse – die Band mit der er das Album «Everybody Knows This Is Nowhere» (1969) aufnahm – wurde sogar in dem Young-Haus im Topanga Canyon gegründet, als man dort zusammen kam und ausgiebig jammte.
Die drei bekanntesten Songs dieses Albums – «Cinnamon Girl«, «Down By the River» und «Cowgirl In the Sand» schrieb Young im Schlafzimmer seines Hauses auf einer Akustikgitarre, als er mit einer Grippe im Bett lag.
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Auch Crosby, Stills, Nash erlebte seine Erweiterung um das «& Young» in dem ikonischen Holzhaus am Skyline Trail. Sein ehemaliger Bandkollege aus den Buffalo Springfield-Ära – Stephen Stills – suchte 1969 seinen Kollegen dort auf, um ihn für die Band zu gewinnen.
Neil Young lernte 1968 während eines Frühstücks im «Canyon Kitchen Cafe»-Restaurant die Besitzerin Susan Acevedo kennen und lieben und heiratet sie am 01. Dezember gleichen Jahres in seinem Garten. Acevedo zog mitsamt deren Tochter zu Young in das Haus und machte es zu einem Treffpunkt der Topanga Canyon-Szene. Künstler wie Wallace Berman oder Roland Diehl, der die Covergrafik von Youngs 1968er Soloalbum malte, sowie die Schauspieler Dean Stockwell und Russ Tamblyn gingen hier aus und ein.
Knapp zwei Jahre später (1970) verstanden sich die frischvermählten bereits nicht mehr und der Musiker verliess das Haus und zog in ein Bungalow des Hotels Chateau Marmont in Hollywood. Die Scheidung folgte noch im selben Jahr.
Fun Fact I:
Besagter weisser Schäferhund wurde weltberühmt, als er auf dem Cover des 1969 erschienen Album «Everybody Knows This Is Nowhere» zu Neil Youngs Füssen sass.
Fun Fact II:
Später kaufte Bernie Leadon, ein Mitglied der Band Flying Burrito Brothers und The Eagles das Haus und lebte darin mit Ronald Reagans Tochter Patti Davis.




































