Der erste Schlag auf die Saiten. Sekunden später: „Shot through the heart…“ – und Bon Jovi schleudern „You Give Love a Bad Name“ in die Menge.
Man spürte dieses ungebändigte Knistern, das sich von der ersten bis in die letzte Reihe zog. Es war mehr als nur ein Konzert – es war ein kollektiver Befreiungsschlag.
Auf der Bühne ist Spielfreude sichtbar, fast greifbar. Jon Bon Jovi springt, grinst, sucht ständig den Blickkontakt zu seinen Bandkollegen. Kleine Gesten, ein Nicken, ein gemeinsames Lachen – Zeichen, dass hier nicht nur Musiker stehen, sondern Freunde, die diesen Moment miteinander teilen.
Und dies wiederholte sich live von Song zu Song. Auch bei «Livin‘ On a Prayer«, ebenfalls von Bon Jovi. Diese Dynamik, diese unaufhaltsame Power auf der Bühne, verstärkt durch diesen treibenden Beat und der markanten Passage, wenn die Talkbox zum Einsatz kommt, trotz Hitze, trotz Schweiss – eine Halle voller Gänsehaut.
Es war die Zeit, in der Rock Freiheit bedeutet. Eine Ära, in der das Leben zwischen MTV-Videos und Stadionabenden pendelte. Smartphones gab es nicht, dafür ungeteilte Aufmerksamkeit. Dies sind die Momente, in denen alles andere verblasst.
Damals, wenn die Stars des Sunset Strip auf die Bühne traten, war es, als ob sich ein Versprechen erfüllte. Dass Musik mehr sein kann als Unterhaltung – ein Band zwischen Menschen, ein Gefühl, das alle eint.
Und genau in dieser flirrenden Mischung aus Lärm, Leidenschaft und Gemeinschaft lag der Zauber jener Rockjahre.
Ähnlich bei Cinderella: Mit „The More Things Change“ verwandelte sich die Bühne in einen Schmelztiegel aus Schweiss, Leidenschaft und purem Rock’n’Roll. Tom Keifer und seine Band spielten nicht einfach Songs, sie lebten sie. Jede Bewegung, jede Geste und jeder Ton wirkte wie ein Teil einer unsichtbaren Choreografie, die nicht einstudiert war, sondern aus der puren Spielfreude entstand.
Diese Harmonie, dieses sicht- und fühlbare „Wir gegen den Rest der Welt“ zwischen Band und Publikum machte die Abende unvergesslich. Da war eine greifbare Dynamik, ein Gefühl, das Freiheit bedeutete. Alles zählte in diesem Moment nur der Sound, die Energie, die Musik.
Und das Publikum wusste es. Man war nicht nur Zuhörer, man war Teil eines Ganzen. Die Stadien verwandelten sich in Tempel des Rock, in denen tausende Kehlen eins wurden mit dem Schlagzeugbeat und den Gitarrenriffs. Hier geschah jeweils etwas Grosses.
Wenn man die Videoclips von damals heute wieder anschaut, weiss man: Es war diese besondere Magie, die sich kaum in Worte fassen lässt, es war die Essenz des Rock’n’Roll – roh, echt, und für immer in den Köpfen jener eingebrannt, die es erlebt haben – bis heute!
Fun Fact I:
Im Musikvideo zu «You Give Love a Bad Name» tragen Bon Jovi das Lied bei einem Konzert vor. Dieser Auftritt, bei dem sie als Vorgruppe der Band 38 Special dienten, wurde im Grand Olympic Auditorium in Downtown Los Angeles, Kalifornien, gedreht und war der einzig komplett in Farbe gedrehte Clip aller Auskopplungen des Albums Slippery When Wet. Die Idee des Musikvideos hatte Doc McGhee, der zu der Zeit Manager der Band war und erkannte, dass die Band zum Promoten der Single ein Musikvideo für MTV benötige.
Fun Fact II:
Das Musikvideo zu «Linvin‘ On A Prayer» wurde am 17. September 1986 ebenfalls im Grand Olympic Auditorium in Downtown Los Angeles, Kalifornien gedreht unter der Regie von Wayne Isham. Zu Beginn des Videos sieht man die Silhouetten der Bandmitglieder, dann laufen sie zur Bühne, proben erstmal die Einstellungen und tragen danach den Song vor. Die erste Hälfte des Clips ist in Schwarzweissfotografie und die zweite in Farbe gedreht worden.
Das Musikvideo wurde bei den MTV Video Music Awards 1987 mit einem Preis in der Kategorie Best Stage Performance in a Video ausgezeichnet





































