Erst vor kurzem berichteten wir über die amerikanische Hard-Rock-Band aus Sacramento: TESLA. In nachfolgender Ausführung geht es jetzt um dessen Gründer und Leadsänger Jeff Keith.
Als Tesla Anfang der 1990er auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs standen, war Frontmann Jeff Keith die unverwechselbare Stimme und das strahlende Gesicht der Band. Mit seiner rauen, zugleich melodischen Stimme und einer charismatischen Bühnenpräsenz zog er Tausende in den Bann.
Doch hinter dem Rampenlicht und dem tosenden Applaus spielte sich eine andere Geschichte ab – eine Geschichte von Exzessen, inneren Kämpfen und den Spuren, die das Leben im Dauerrausch hinterlassen kann. Besonders im Musikvideo zu „Paradise“ , das zur Zeit des Albums Five Man Acoustical Jam (1990) veröffentlicht wurde, zeigt sich eine andere Seite: ein Mann, dessen Gesichtszüge, Mimik und Körpersprache für viele Fans den Eindruck erwecken, dass der Preis für den Ruhm hoch war – und in Keiths Fall möglicherweise in exzessivem Lebensstil und Drogenmissbrauch bestand.
Im „Paradise“-Clip wirkt Keith dünner als gewohnt, die Haut fahl, die Augen von einem müden, fast glasigen Blick gezeichnet. Bewegungen und Mimik tragen eine Mischung aus Leidenschaft und Erschöpfung in sich. Wer den Clip heute ansieht, erkennt in dieser Performance nicht nur den begnadeten Rocksänger, sondern auch einen Mann, der offensichtlich an den Belastungen des Tourlebens und der Szene litt.
Damals wurde in Interviews kaum offen über Süchte gesprochen. Erst Jahre später gab Keith zu, dass die Band in dieser Zeit von „Breakups, drugs and egos“ geprägt war – eine Phase, die auch den kreativen Fluss und den Zusammenhalt belastete.
Während Tesla im Erfolg aufging, kämpfte bereits Gitarrist Tommy Skeoch mit schweren Drogenproblemen – ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Bandgeschichte zog. Skeoch verliess die Band mehrfach wegen seiner Sucht und kehrte jeweils nach Rehabilitation wieder zurück.
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Die 90er waren für viele Rockmusiker eine Zeit, in der Alkohol und harte Drogen fester Bestandteil des Lifestyles waren. Für Tesla bedeutete das, trotz kommerzieller Erfolge, einen stetigen inneren Kampf. Erst Jahre später, auf Tour mit den Scorpions 2012, schaffte es die Band, geschlossen „clean & sober“ zu werden – ein Schritt, den Keith als „wonderful“ und musikalisch befreiend beschreibt.
Heute steht Jeff Keith als Symbolfigur dafür, dass auch diejenigen, die am tiefsten in die Spirale des Exzesses geraten, wieder an die Oberfläche finden können. Doch „Paradise“ bleibt ein visuelles Zeitdokument, das den Preis des Ruhms unausgesprochen, aber unübersehbar festhält.





































