Der Titel deutet es bereits an: Laurel Canyon in West Hollywood, damals Zentrum einer vibrierenden Szene zwischen Folk, Rock und Hippie-Kultur, war John Mayalls Ziel auf einer Reise nach Kalifornien.
Der Aufenthalt inspirierte ihn zu einer Art musikalischem Tagebuch. Jeder Song auf dem Album ist eine Station dieser Reise, ein Mosaikstein zwischen Ankunft, Begegnungen, Landschaftseindrücken und schliesslich Abschied.
Schon die Dramaturgie ist eindeutig: Es beginnt mit der erwartungsvollen Eröffnung „Vacation“ und endet mit „Fly Tomorrow“, das die Abreise vertont – getragen von einer melancholischen Schwere, die den Hörer fast körperlich miterleben lässt, wie schwer Mayall der Abschied fällt.

Musikalisch bleibt er im Blues verwurzelt, doch «Blues from Laurel Canyon» öffnet die Türen weit für Rock und psychedelische Nuancen. Mayall singt, spielt Mundharmonika, Orgel, Klavier und Gitarre – stets unmittelbar, roh und ungeschliffen, wie ein Reisetagebuch, das nicht geschönt, sondern direkt aus dem Moment heraus niedergeschrieben wurde.

«Blues from Laurel Canyon» ist nicht einfach nur ein weiteres Album in Mayalls riesiger Diskografie. Es ist ein biografisches Dokument, eine Brücke zwischen Londoner Blues-Szene und kalifornischer Rockkultur – und zugleich der Auftakt zu einem neuen Lebensabschnitt. Denn kurz nach der Veröffentlichung zog Mayall selbst nach Laurel Canyon.

Dass er seine Gefühle, Beobachtungen und Erlebnisse mit solcher Direktheit in Musik gegossen hat, macht das Album bis heute zu einem der ehrlichsten und poetischsten Statement.

Fact:
Ein besonderes Detail für Kenner: Auf dem Stück „First Time Alone“ hat Peter Green, damals schon als Ausnahmetalent und Gitarrist von Fleetwood Mac bekannt, einen Gastauftritt.
Sein feines, sensibles Spiel fügt sich nahtlos in Mayalls intime Klangwelt ein und gibt der Platte einen zusätzlichen Glanzpunkt.

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