Heute richten wir den Blick auf einen Mann, ohne den es die Kultserie «Baywatch – Die Rettungsschwimmer von Malibu» in dieser Form nie gegeben hätte: Greg J. Bonann. Sein Name ist vielleicht weniger bekannt als die ikonischen Bilder roter Badeanzüge und endloser Strände – doch seine Vision prägte eine der erfolgreichsten Fernsehproduktionen weltweit – bis heute!

Der Ursprung von «Baywatch – Die Rettungsschwimmer von Malibu» ist ebenso unkonventionell wie genial. 1988 drehte Bonann ein Musikvideo, das seine eigenen Erfahrungen als Rettungsschwimmer widerspiegelte. Am Strand, unter der kalifornischen Sonne, inszenierte er seine Kollegen in einer dynamischen Montage – begleitet vom Song «The Boys of Summer« von Don Henley.

Was zunächst wie ein kreatives Nebenprojekt wirkte, entwickelte sich schnell zu einer Idee mit enormem Potenzial. Die Kombination aus Action, Natur, Teamgeist und visueller Ästhetik traf einen Nerv – und wurde zur Blaupause für eine Serie, die ein Jahr später auf NBC Premiere feierte.

«Dabei war Greg Bonann nie der klassische Hollywood-Produzent.
Bonann war eins in seinem Leben – Rettungsschwimmer an den Stränden von Los Angeles!»

Was Baywatch von Anfang an auszeichnete, war Bonanns Verständnis für Dramaturgie im Serienformat. Hinter den ikonischen Bildern verbarg sich ein durchdachtes Konzept: Erzählungen über Verantwortung, Mut und menschliche Beziehungen – inspiriert von den Erfahrungen, die der Rettungsschwimmer im Arbeitsalltag bei den L.A. County Lifeguards sammelte und in seine Serie einfliessen liess. – eingebettet in eine visuell zugängliche, fast universelle Kulisse.

Bonann war dabei nicht nur Schöpfer, sondern auch Creator, Executive Producer und Regisseur. Diese kreative Kontrolle ermöglichte es ihm, eine konsistente Vision umzusetzen.
Trotz anfänglicher Skepsis entwickelte sich die Serie zu einem globalen Phänomen mit enormer Reichweite.

Photos: © Greg J. Bonnan / Sport Lifesaver Magazine / Baywatch Intro, Season I

Seine Filmkarriere ist vielmehr ein Zusammenspiel aus Unternehmergeist, sportlicher Leidenschaft und einem ausgeprägten Gespür für visuelles Storytelling. Nach seinem Abschluss an der California State University in Long Beach verband er betriebswirtschaftliches Know-how mit kreativer Energie – eine Kombination, die sich als entscheidend erweisen sollte.

Sein Einstieg in die Filmwelt erfolgte nicht über klassische Serienformate, sondern über den Sport. Besonders die Olympischen Spiele hatten es ihm angetan. Mit dem Film «Fire and Ice», den er für das US-Olympische Komitee in Lake Placid produzierte und inszenierte, gelang ihm ein früher Durchbruch. 

Dieser Erfolg öffnete ihm Türen: Bonann verantwortete in den folgenden Jahren weitere offizielle Filme – unter anderem für die Olympischen Winter- und Sommerspiele 1984 in Sarajevo und Los Angeles sowie für die Winterspiele 1988 in Calgary. Seine Arbeiten zeichneten sich durch eine Mischung aus dokumentarischer Präzision und cineastischer Dramaturgie aus.

Fun Fact I:
Greg Bonann hat in über 70 Episoden von „Baywatch“ die meisten Action- und Rettungsszenen während der Laufzeit der Serie inszeniert.

Fun Fact II:
Greg Bonann und Michael «Newmie» Newman (†2024) waren die nicht nur als Schauspieler vor der Kamera zu sehen, sondern waren die einzig «echten» Rettungsschwimmer am Set, welche den Beruf auch wirklich ausübten.

Fun Fact III:
Über 400 der charakteristischen Musikmontagen drehte Bonann für Baywatch und verlieh so der Serie ihr typischen Markenzeichen.

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