Damals, als MTV tatsächlich noch Musikvideos spielte und man sich auf dem Schulhof über die neuesten Alben von Van Halen, Bon Jovi, Def Leppard und eben auch Tesla austauschte, war die Musik mehr als nur Unterhaltung – sie war ein Lebensgefühl.

Tesla, eine Band aus Sacramento, Kalifornien, war immer ein wenig anders als die restlichen Hair-Bands ihrer Zeit. Weniger Glam, mehr Blues, mehr Herz. Sie waren die Arbeiterklasse des Rock: authentisch, ehrlich, bodenständig. Und doch hatten sie diesen unverkennbaren 80er-Glamour, der sich besonders in ihren epischen Balladen zeigte.

«Love will find a way…»
(aus dem Song «Love Song»)

 «Love Song» – Eine Hymne mit Seele wurde 1989 veröffentlicht und stammt auf dem Album «The Great Radio Controversy». «Love Song» beginnt mit einer ruhigen, fast zerbrechlich wirkenden Akustikpassage. Es ist kein klischeehaftes Liebeslied, sondern eine aufrichtige Erinnerung daran, dass Liebe immer einen Weg findet, selbst wenn alles andere zusammenbricht.

Der Song steigert sich langsam, entfaltet sich wie ein Sonnenaufgang über einem kalifornischen Highway: warm, breit, emotional. Aber das wahre Herzstück – der Moment, in dem man spürt, dass man etwas Grossem lauscht – beginnt ab der 2. Minute…

Das Gitarrensolo von Band Mitgründer Frank Hannon ist wahrlich pure Magie auf sechs, resp. zwölf Saiten, nämlich dann, wenn ab Minute 2:00 Frank Hannon mit seiner Double-Neck-Gitarre die Bühne des Unsterblichen betritt. Was er in diesem Solo spielt, ist nicht einfach nur technisch brillant – es ist emotionales Storytelling in Tönen.

Er beginnt melodisch und gefühlvoll, lässt jede Note atmen. Dann steigert sich das Solo, baut sich auf zu einem feurigen, hymnischen Crescendo.
Es ist nicht der typische 80er-Shred – es ist fühlbare Musik mit Seele, eine Gitarre, die singt. Die Double-Neck-Gitarre (6- und 12-saitig) gibt ihm Raum, mit Texturen zu spielen – und man hört fast, wie er zwischen Himmel und Erde wechselt, zwischen träumerischem Hall und kraftvoller Attacke.

Der Moment, wenn das Solo kulminiert und die Band wieder einsetzt – das ist Gänsehaut pur. Ein magischer Augenblick, wie geschaffen für einen Tanz mit der ersten grossen Liebe… oder einfach für das Erinnern an Nächte, in denen Musik alles war.

«Love Song» ist mehr als ein Song. Es ist ein Klassiker der Spät-80er, der zeigt, dass Hair Metal auch Tiefe hatte – dass hinter dem Haarspray und den Lederjacken echte Gefühle standen. Und Frank Hannons Gitarrensolo? Das ist eine dieser seltenen musikalischen Sternstunden, die einen in Sekunden in eine andere Welt katapultieren.

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